Periradikuläre Schmerztherapie bei Rückenbeschwerden

Die periradikuläre Schmerztherapie (PRT) ist eine Methode zur Schmerzlinderung. Die PRT wird erfolgreich zur Behandlung chronischer Schmerzzustände in Folge degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen eingesetzt – besonders häufig im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Mit der PRT lassen sich sehr gezielt schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente einbringen, um chronische Beschwerden zu lindern. Dafür bringt der behandelnde Arzt eine dünne Injektionsnadel in unmittelbare Nähe einer Nervenwurzel im Rückenmark. Damit die Nadel zielsicher ihren Weg findet, wird der zu behandelnde Bereich der Wirbelsäule während der Prozedur mittels Computertomographie abgebildet.

Periradikuläre Therapie und chronische Rückenleiden

Verschleißerscheinungen im Bereich der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule, Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenvorwölbungen werden für Betroffene zur Quelle chronischer Schmerzen, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Zur sogenannten radikulären Symptomatik gehören die bis in die Hüfte oder Extremitäten ausstrahlenden Schmerzen: auch die Ursache dieser Beschwerden liegt im Bereich der Nervenwurzeln im Rückenmark.

Wer an Wirbelsäulenbeschwerden leidet, ist nicht allein

Circa jeder fünfte Patient deutscher Hausärzte sucht die Sprechstunde wegen quälender Rückenschmerzen auf. Schuld sind häufig die Nervenwurzeln im unteren Wirbelsäulenbereich. Aber auch Brust- und Halswirbelsäule können betroffen sein. Als Ursache der Schmerzen lassen sich meist Verschleißerscheinungen an Bandscheiben und kleinen Wirbelgelenken identifizieren. Nicht jeder Verschleiß führt gleich zu Schmerzen – aber bei ungünstiger Lage der verschlissenen Stelle kann der Nerv im Wirbelkanal oder am Nervenaustrittspunkt (Neuroforamen) eingeengt werden. Das verletzte Nervengewebe entzündet sich, schwillt an und schmerzt, wobei die Schmerzsymptome auch in Gesäß, Leistenbereich und Beine ausstrahlen können. Ist der Nerv stärker eingeklemmt, kann es zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Hitzegefühl und anderen Missempfindungen, im Extremfall bis hin zu Muskelausfällen in den Extremitäten kommen.

Die PRT ist eine radiologische Schmerztherapie, die genau diese Beschwerden lindern kann.
Dafür werden dem Patienten durch die Haut (perkutan) entzündungshemmende Medikamente und Lokalanästhetika an die entzündete Nervenwurzel (Radix) injiziert.

Nicht geeignet ist die PRT bei Rückenbeschwerden, deren Ursache Fehlhaltungen der Wirbelsäule, Muskelverletzungen oder Veränderungen einzelner Wirbelkörper sind.

Wie funktioniert die Periradikuläre Therapie?

Bevor die PRT durchgeführt werden kann, müssen der betroffene Wirbelkörper und die gereizte und geschwollene Nervenwurzel zuverlässig identifiziert werden. Am besten geschieht das im Vorfeld mit Hilfe einer Kernspin- oder Computertomographie. Bei der eigentlichen Prozedur wird das zu behandelnde Wirbelkörpersegment mit dem Computertomographen eingestellt und abgebildet (Einstellungsmessung). Anhand dieser Messung plant und steuert der Arzt den Weg der Injektionsnadel bis in die unmittelbare Nähe der entzündeten Nervenwurzel. Dann wird die Nadel mit Hilfe eines Ziellasers in der geplanten Richtung und Stichtiefe platziert und das Medikament gespritzt (meist eine Kombination eines Lokalanästhetikums mit Kortison). Das Lokalanästhetikum betäubt den gereizten Nerven und macht ihn so zeitweise schmerzunempfindlich. Kortison bekämpft die Entzündung und wirkt abschwellend. So wird der Teufelskreis aus Druck, Schwellung und noch mehr Druck unterbrochen: Die Schmerzen klingen ab, der gereizte Nerv schwillt ab, beanspruch so weniger Platz und beruhigt sich.

Indikationen: In welchen Fällen ist die PRT sinnvoll?

Folgende Beschwerden können mit der PRT erfolgreich behandelt werden:

  • Degenerative Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke)
  • Reizerscheinungen und Schmerzen aufgrund einer lokalen Verengung des Wirbelkanals
  • Narbenschmerzen nach Bandscheibenoperationen
  • Akute Rückenschmerzen (Lumbago), ausstrahlende Rückenschmerzen (Lumboischialgie) Technische Voraussetzungen Gezielte Aufnahmen der zu behandelnden Wirbelsäulenregion ermöglichen die Lokalisation der entzündeten Nervenwurzel.

Wie läuft die Behandlung einer PRT bei Sporthomedic in Köln ab?

Die Behandlung dauert nur circa fünf bis zehn Minuten. Nach sorgfältiger Desinfektion der zu behandelnden Stelle wird eventuell eine lokale Betäubung gesetzt und dann die dünne Injektionsnadel vorsichtig an den betroffenen Wirbelkörper herangeführt. Falls erforderlich, kann die richtige Lage der Nadelspitze im Ultraschall überprüft werden. Ist die Nadel korrekt positioniert, wird eine Mischung aus einem hochwirksamen entzündungshemmenden Medikament und einem Lokalanästhetikum gespritzt.

Eine Besserung können Sie nach wenigen Tagen erwarten. Mit einer Abfolge von drei Behandlungen im Abstand von jeweils einer Woche erzielen wir häufig länger anhaltende positive Effekte.

Welche Risiken oder Nebenwirkungen hat die PRT?

Zu den Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung gehören Blutungen, Infektionen oder Nervenverletzungen. Das entzündungshemmende Medikament ist ein Steroid, das bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Unmittelbar nach der Prozedur treten häufig Taubheits- und Schwächegefühle, möglicherweise auch Lähmungserscheinungen der Beinmuskulatur auf. Diese Symptome hängen mit der lokalen Betäubung des Nerven zusammen und verschwinden in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Stunden von allein. Rechnen Sie mit diesen Effekten, wenn Sie Ihren Behandlungstag planen: Schonen Sie sich, meiden Sie körperliche Anstrengungen und fahren Sie bitte nicht selbst Auto.

Im Vorfeld der Behandlung findet ein eingehendes Aufklärungsgespräch statt, in dem wir unseren Patienten den Therapieablauf, die – wie bei jeder anderen Therapie auch -vorhandenen Risiken und möglichen Nebenwirkungen noch einmal erläutern.

Kontraindikationen: Wann kann die PRT nicht durchgeführt werden?

Die PRT ist kontraindiziert:

  • bei Schwangeren
  • bei Menschen mit schweren Blutungsleiden wegen des Blutungsrisikos
  • bei bekannter Unverträglichkeit der eingesetzten Medikamente

Wer bezahlt die Behandlung?

Die periradikuläre Therapie ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen mehr. Private Kassen kommen für die Behandlung auf.